Im Unterricht fiel im Zusammenhang „Was ist alles ein Reiz“, dass bereits Licht ein so starker Reiz sein kann, dass es zu einer Überstimmulierung führt, gerade wenn es auch noch blinkt. Da wir uns gerade in der Vorweihnachtszeit befanden, hat mich diese besonders beschäftigt. Die Gestaltung des Tagesraumes durch weihnachtliche Dekorationen, Gerüche nach den Gewürzen der gebackenen Kekse und meine eigene Freude, die auf die Kinder übergeht. Es ist nicht verwunderlich, dass die Kinder mit der Verarbeitung dieser oft starken Reize kräftig beschäftigt waren und mit Anzeichen, die auf Stress hindeuten, zu tun hatten.
Da ich nicht nur aufgrund des SGB VIII §22 Absatz 3 dazu angehalten werde, die emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes zu fördern oder ihm nach NkiTaG §2 Absatz 5 und 9 ihm Möglichkeiten von Lebensbewältigungsstrategien und gesundheitsbewussten Verhaltensweisen nahezubringen, ist vor allem dies mein Wunsch. Als ich mich mit dem Thema Reize mehr auseinandergesetzt habe, wurde mir klar, wie wichtig es ist, Reize zu minimieren, bewusst zu setzen und mit den Konsequenzen von zu vielen Reizen umzugehen. Dies den Kindern vor zu leben und als Werkzeug an die Hand zu geben, liegt mir am Herzen. Um zu verstehen, was in uns mit Reizen passiert, habe ich mich intensiv mit ihnen und ihrer Wahrnehmung beschäftigt.
Unsere Sinnesorgane nehmen den Reiz, der aus Energie besteht, aus unserer Umwelt auf. Dies kann beispielsweise als elektromagnetische Wellen (Sehen), mechanische Schwingungen (Tasten, Hören) oder chemische Veränderungen (Geruchs- und Geschmackssinn) geschehen. Wenn diese auf unseren Körper einwirken, nennt man das Empfindung. Nur wenn der Reiz stark genug ist, um eine Reaktion auszulösen, können wir diesen wahrnehmen. In unserem Gehirn werden diese Reize zu dem verarbeitet, was wir sehen, riechen, schmecken, fühlen und hören.
Reize wirken in unserem Gehirn auf die Nervenzellen und Synapsen (Verbindung zweier Nervenzellen, z.B. Sinneszelle). Je nach Art des Reizes können die Synapsen hemmend oder erregend sein.
Erregende Synapsen: Sie gibt auf einen Reiz, Transmitter oder direkt elektrische Signale (je nach Art der Synapse) aus, um eine Aktivität hervorzurufen, wie das Kontrahieren eines Muskels.
Hemmende Synapse: Sie gibt auf einen Reiz, Transmitter oder direkte elektrische Signale (je nach Art der Synapse) aus, um den erregenden Reiz zu mindern, abzuschwächen und abzubauen, um eine Übererregung zu verhindern. Ein Beispiel ist das „Herunterfahren“ des Körpers bei abwesendem Licht.
Beide Arten von Synapsen liegen in unterschiedlichen Mengen an den Nervenzellen. Je nach unseren Erfahrungen werden sie stimuliert und es kommt zu einer Reaktion.

Über unsere Sinnesorgane nehmen wir Informationen aus unserer Umwelt auf. Dies geschieht selten nur mit einem Sinnesorgan. Man unterscheidet Sinnesreiz von außen (Exterozeption) und innen (Propriozeption und Interozeption)
Taktil-Kinästetische Wahrnehmung
(Muskel- u. Bewegungsempfinden)
Rezeptoren: Gelenke, Muskel, Sehnen, Haut, Innenohr
Olfaktorisch gustatorische
Wahrnehmung
(Geruch- u. Geschmackssinn)
Sinnesorgane: Nase, Zunge, Mund
Audiotortische Wahrnehmung(akustische u. Vibratorische)
Sinnesorgan: Ohren
Über diese Wahrnehmungen und Funktionen sind wir mit unserer Umwelt verbunden. Unsere Aufnahmefähigkeit und Verarbeitung der Reize sind jedoch begrenzt. Die Reize laufen durch einen persönlich individuellen Filter, der bestimmt, wohin unsere Aufmerksamkeit gelenkt werden muss.

Unsere Empfindungen sind nicht in ihrer eigentlichen Form vorhanden. Sie sind immer mit Erinnerungen und Erfahrungen verbunden.

Reize werden im Gehirn verarbeitet und mit gemachten Erfahrungen abgeglichen und in Beziehung gesetzt. Die Welt, die wir sehen, nehmen wir also durch unsere Erfahrungen wahr. Die Wahrnehmung ist somit stark abhängig, wie jeder von uns geprägt worden ist. Auch unsere bewusste Entscheidung, unsere Persönlichkeit, unsere aktuelle Verfassung und unser Umfeld spielen bei unserer Wahrnehmung eine entscheidende Rolle.
Unter selektiver Wahrnehmung verstehen wir, worauf unsere Aufmerksamkeit gelenkt wird. Dies ist teilweise eine bewusste Steuerung unserer Wahrnehmung und etwas, was wir durch Erfahrung und Lernweg beeinflussen. Durch Erfahrungen bzw. antrainierte Wahrnehmung wird eine Vorauswahl von wichtig und unwichtig getroffen, worauf sich unsere Aufmerksamkeit richtet, dies geschieht jedoch nicht mehr bewusst.

Außerhalb des bereits bestehenden muss der Reiz stark genug sein, unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen oder bestimmte aufmerksamkeitserregende Bedingungen erfüllen, z.B. wie Gefahr, emotionaler Reiz von anderen oder laute Geräusche.
Quelle: Sozialpädagogische Bildungsarbeit professionell gestalten Erzieherinnen+ Erzieher Band 2
Reizüberflutung ist eine Metapher für einen Zustand eines Körpers, in dem dieser durch die Sinne so viele Reize gleichzeitig aufnimmt, dass sie nicht mehr verarbeitet werden. Die Synapse ist eine Verbindungsstelle der Nervenzellen. Diese bestehen aus einem „Sprecher“ (präsynaptisches Neuron) und einem „Zuhörer“ (Postsynaptisches Neuron) es funktioniert nur in einer Richtung!
Hat die Synapse alles gesagt (Übergang des Transmitter CA+2 oder Ionen zum Postsynaptische Neuron) entsteht eine Spannung in dem Zuhörer und eine Reaktion wird ausgelöst. Damit genau diese Synapse das wieder tun kann, muss die Spannung abgebaut werden! Entweder durch Abbau oder Zurückgabe des Transmitters an den Sprecher. Solange ist diese Synapse nicht handlungsfähig.
Gerade bei Kindern wo sich das Nervensystem noch im Aufbau befindet kann dies durchaus bereits nach kurzer Reizsetzung, gerade bei unbekannten Reizen passieren oder in Kombination mehrerer Reize.

Vielzahl von Farben
Blinkende Lichter
Schnelle Abfolge von Bildern
Zu viele Menschen
Bewegungs- Tempo
Mehrere gleichzeitige akustische Quellen
Lautstärke
Hohe oder tiefe Töne
Zu viele Menschen (mehrere Stimmen gleichzeitig)
Gerüche mit negativen Erfahrungen belastet
Starke Gerüche
Mehrere sich überlagernde Gerüche
Zu viele Menschen(jeder Mensch hat seinen eigenen Körperduft)
Enge, stimulierende Kleidung und Schuhe
Berührungen
Andere Emotionen/ Atmosphäre
Zu viele Menschen
Bunt gemischte Geschmacksrichtungen (süß, salzig, bitter, scharf oder umami)
Starke Gewürze und Kräuter
Menge Gewürze und Kräuter
Reizüberflutung kann kurzfristig zu Stress, Hektik, aggressiven Reaktionen und schneller Erschöpfung führen. Anhaltende Reizüberflutung kann dauerhaft Konzentrationsschwierigkeiten, Realitätsverlust oder Hyperaktivität führen.
Zu viele Reize bedeuten Stress für das Gehirn
Gerade bei kleinen Kindern kann Stress zu Angstzuständen führen, die sich in drei Gruppen einteilen lassen: Trennungsangst, Phobien und generalisierte Angstzustände. Kinder haben unterschiedliche Phasen in ihrer Entwicklung, in denen sie verschiedene Ängste haben, die meist milde verlaufen und nur vorübergehend auftreten. Angststörungen zeigen sich, wenn die Ängste über ihr typisches Alter hinweg stabil bleiben, überwiegend stark ausfallen und die Kindesentwicklung beeinträchtigen.

Pausen
Entspannende Rituale
Wasser
Etwas zu trinken anbieten
Massagen / Kraulen
Baden
Körperkontakt bei Wunsch
Kurzgeschichten
Fußbad
Ruhebereich
Vorlesen
Armbad
Ist das Kind bereits Überreiz, was sich durch Schreien und Weinen auszeichnet, ist es wichtig als Begleitperson emotional ausgeglichen zu bleiben und Ruhe auszustrahlen.
Das Schreien nicht unterdrücke
Es hilft die Überforderung und den Stress abzubauen
In den Armen sacht zur Ruhe komme lassen
Die Zeit nehmen um den Kind so lange eine ruhige Basis bieten, bis diese von selbst den Kontakt beendet
Das Licht dimmen oder, sofern keine Angst, den Raum abdunkeln, akustische Signale ausschalten
Dies reduziert Reizeinwirkungen durch Licht und GeräuscheAktivierung von hemmenden Synapsen
Sanften Druck ( Schläfe und Nacken, Rücken klopfen) Kraulen des Rücken, Massage der Hände oder Füße
Die Ausbildung unserer Sinnesorgane, ob Exterozeption, Proprizeption und Interozeption ist absolut notwendig und bildet die Basis unserer Entwicklung. Ein Säugling lernt über das Taktile (Bewegung) und dessen Wahrnehmung seine Umwelt kennen. Erst mit dem Trainieren der inneren Sinne (Taktil-Haptische, Kinästesie, Vestibulär- und Schwerkraftempfinden) und den Fernsinnen olfaktorische, gustatorische, optische, haptische, akustische Wahrnehmung können unsere geistigen Fähigkeiten unser Denken, Rechnen, Lesen und Sprechen entwickelt werden, die sogenannte psychomotorische Entwicklung.
Das Sprechen setzt z.B. voraus, dass wir unseren Mundraum und die Tiefenwahrnehmung unseres Zungenmuskels kennen und beherrschen lernen.
Je mehr Stimulationen das Kind ausgesetzt wird, mit denen er Sinneserfahrungen sammeln kann, umso besser ist die Verknüpfung im Gehirn und dessen Verankerung. Um eine einfache Verknüpfung zwischen zwei Synapsen entstehen zu lassen, braucht es circa 1500 Reize. Je mehr Reize das Kind verarbeitet, umso vielfältiger wird die Umsetzung des Gespeicherten in perzeptive (wahrnehmbaren) Leistungen.
Reaktion nicht offensichtlich
Reaktion offensichtlich
Reaktion des Nervensystems
Der Vorgang wird als Erfahrung gespeichert
=> Gedächtnis
Es betrifft den ganzen Körper oder einzelne Teile etwa bei der Sprache oder Bewegung
Es ist spürbar durch Auswirkung auf unseren Blutdruck, Atmung, Speichelfluss oder Verdauung
Die Entwicklung geschieht in Reihenfolgen durch genetische Entwicklungsmuster bei gleichzeitig gesetztem Reiz aus der Umgebung.
„Ohne einen ausreichenden Bestand an Empfindungen der unterschiedlichen Art kann sich das Nervensystem nicht adäquat entwickeln“ (Anna Jean Ayres 1920 – 1989).
„Das Gehirn bedarf eines beständigen Informationsflusses mannigfaltiger Empfindungen als sensorische, Nahrung, um sich entwickeln zu können und in der richtigen Weise zu funktionieren“ (Anna Jean Ayres 1920 – 1989).
„Man muss Reize setzen, die stark genug sind, eine Reaktion hervorzurufen, aber schwach genug, dass sie dem Körper nicht schaden“. (Pfarre Sebastian Kneipp 1821 - 1897)
Wenn die Kinder zu uns kommen, spielt in der Entwicklung, egal ob sozial, emotional oder körperlich, die Bewegung eine wichtige Rolle. Das Wahrnehmungs- und Bewegungslernen ist die Basis für alle höheren Formen des Verhaltens
Bedingung
Bewegung ist die Verbindung von psychischen und körperlichen Vorgängen als auch geistigen. Erfahrungen, die wir mit Leib und Seele machen, sorgen somit für unsere Persönlichkeitsentwicklung. Dies ist somit ein Prozess, bei dem kognitive, motorische, soziale und psychische Faktoren zusammen wirken.
„Pädagogische Arbeit kann Bildung nicht erzwingen. Sondern wird immer begrenzt Einfluss darauf haben, wie ein Kind sich ein Bild von seiner Welt macht. Ein Kind sucht sich einen Reiz, den es gerade für seine Entwicklung braucht. Welches ist abhängig von dem, wo das aktuelle Interesse des Kindes liegt.“ (Zitat Nicole Reglin Lernfeld 6 Frühpädagogik)







Um die Kinder in ihrem jeweiligen Entwicklungsschritt abholen und fördern zu können, arbeite ich mit dem 9 Intelligenz-Rad nach Howard Garnder. Durch dieses Hilfsmittel erkenne ich, was das jeweilige Kind gerade an „Nahrung“ zum Wachsen benötigt.
9Intelligenzen
Intelligenz setzt sich aus 9 Bereichen zusammen (nicht bewiesen). Daraus ergibt sich die multiple Intelligenz, die für jeden ganz individuell zusammengesetzt ist. Diese sind nicht nur genetisch angesetzt, sondern entwickeln sich im Laufe der Zeit. Unsere Intelligenz passt sich den Reizen, Situationen und der gelernten Auffassung an. Intelligenz beschreibt die Art und Weise, wie wir Probleme lösen, uns anpassen und auf unsere Umgebung reagieren.
Logisch-Mathematisch
Lösen von Problemen
Experimente/ Rätsel/ keine Vorgaben, mit neuen Materialien
Sprachliche Intelligenz
Umgang mitder Sprache
alles sprachlich begleiten, Kinder ausreden lassen, Zungentraining
Räumliche Intelligent
in drei Dimensionen zu denken
Malen, Puzzeln, Bauelemente (z.B. Holzklötze, Lego)
Musikalische Intelligent
klänge und Rhythmen aufzunehmen und zu wiederholen
Melodien, Singen, Musikinstrumente
Kinästhetisch-körperlich Intelligent
den ganzen Körper zu nutzen
Focus da Gundlage
Großen offenen Raum, Bewegungs- und Wahrnehmungsspiele, Kinderyoga, Fußgymnastik und Bewegungen des ganzen Körpers, verschiedene Bauelemente um Gleichgewicht zu fördern und Klettermöglichkeiten. Balancierweg, Barfußpfad, eine Brücke, Gebüsch zum Toben, Sandkiste und eine Menge Platz bieten eine Menge Reize, die nach Wunsch des Kindes genutzt werden können
Intrapersonale Intelligent
die eigenen Bedürfnisse/ Gefühle wahrzunehmen
Selbstvertrauen, Reflektieren, Gefühle begleiten und benennen
Zwischen-menschlich Intelligent
Wahrnehmen/ erkennen von Gefühlen anderer
„meine“Gefühle nicht verbergen, benennen von Gefühlen, Konflikte begleiten anschließendes Gespräch
Naturalist Intelligent
Beobachtung/ sensibel für Naturphänomene
Aktiv in die Natur, Zeit zum Beobachten lassen
Emotionale Intelligent
ziele zusetzen/ motivieren/ Gefühle zu kontrollieren
Gefühlebegleiten, Rollenspiele, Förderung das Selbstvertrauen und der Selbstständigkeit
Damit ein Reiz zu einer Entwicklung führt, benötigt man eine wiederkehrende Wiederholung. Mein Tagesablauf ist daher durch Rituale und einen immer wiederkehrenden Ablauf geprägt. Dies verhindert ebenfalls eine Übererregung und die Kinder können ihren eigenen individuellenEntwicklungsschritt nachgehen.
Um den Kindern Strategien an die Hand zu geben, um mit den Reizen aus unserem Alltag umzugehen, lebe ich ihnen dies bewusst vor. Dafür benutze ich Naturheilverfahren nach Kneipp, die in der Entspannungsphase, in der Aktivphase und beim Essen zur Anwendung kommen
Gerade bei den Wasseranwendungen kommt es zur Ausschüttung von Serotonin, Dopamin, Oxytocin und Endorphinen, was zum Wohlbefinden beiträgt. Auch hilft es bei der Bildung von hemmenden Synapsen, um einen Ausgleich für die erregenden Synapsen zu bilden. Diese bleiben bestehen, auch wenn der Reiz nicht mehr gesetzt wird.
Die Kinder lernen sich kennen und auch ihre Grenzen (Kältereiz, Bewegung ...), es fördert den sozialen Umgang, da wir dem zusammen nachgehen und es wird ihr Vertrauen zu sich und andere Gefördert, gerade was das„Nein“ anbelange dieses zu Respektieren und das Selbstvertrauen zu haben dieses auszusprechen.
Für ein gesundheitsbewusstes Verhalten biete ich im Großenteils naturbelassene Lebensmittel an. Ernährung ist ein großer Bereich, wo Reize auf uns einwirken. Gerade im Kleinkindalter ist der Geschmackssinn noch in der Ausbildung. Ab circa 2 Jahren setzt sich häufig die Neophilie mit an den Essenstisch. Gerade jetzt spielen Reize eine große Rolle. Bei zahlreichen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, Optik und Konsistenz treten häufig Ablehnungen auf. Daher habe ich auf die Esssituation ein besonderes Augenmerk
Reize sind ein wichtiger und manchmal auch belastender Begleiter in unserem Alltag. Je mehr ich darüber erfahren habe, desto mehr habe ich verstanden, wie wichtig es ist, unseren Kindern und auch uns selber, einen Raum zu geben, wo sie sich ihren individuellen Reizen, die sie brauchen, stellen können. Ebenso ein Werkzeug an die Hand zu geben, wie sie eine Übererregung abbauen können.
Bevor ich mich damit so intensiv auseinandergesetzt habe, war die Lehre nach Kneipp für mich zwar präsent, aber es war wie das Grundwissen beim Schwimmen. Ich kannte die Theorie, bis man ins Wasser springt und wirklich schwimmt. Während des Jahres habe ich mein Wissen durch einen zusätzlichen Lehrgang für die Naturheilverfahren nach Kneipp absolviert, um weiteres Werkzeug zu haben, um den Kindern zu helfen, Erregungszustände abzubauen.
Der erste Schritt war dies, in das Schlafzimmer nun Ruheraum zu verlegen. Zusätzlich kam kindgerechtes Mobiliar, das ihnen Bodenkontakt ermöglicht, dazu. Im zweiten Schritt wurden die Schlafenszeiten nach und nach verschoben. So essen die Kinder mit mir alleine und gehen schlafen. In der Zeit habe ich die Möglichkeiten, meinen eigenen Kindern eine entspanntere und ruhigere Umgebung zu bieten, wenn sie „gereizt“ von der Schule nach Hause kommen.
Was für mich persönlich am lehrreichsten war, war die Tatsache, dass ich nach der „Arbeit“ häufig so erschöpft war, dass ich kaum mehr in der Lage war, mit meinen Kindern Hausaufgaben zu machen. Dies hat mich eine Zeit stark belastet. Gerade weil zwei Eingewöhnungen hintereinander im Zeitraum vielen. Dass ich aber „lediglich“ so viele Reize auf der „Arbeit“ aufgenommen hatte, die als negative Stressoren gelten (Lärm, Unordnung, emotional überlastete Kinder, Weihnachtszeit), dass es einfach nicht mehr möglich war, die zusätzlichen Reize meiner Kinder (gerade die emotionalen) zu verarbeiten, wurde mir erst klar, als ich begann mich mit den Reizen auseinander zu setzen. Das Thema Transition und Eingewöhnung hatte mich zusätzlich angeregt. „Häufig vergessen wir, dass wir auch zu der Erziehungspartnerschaft in der Eingewöhnung gehören und dass wir nicht nur das Kind oder den Elternteil gut begleiten, sondern auch uns. “Die emotionalen Reize waren erschöpft! Reize sind ein wichtiger Bestandteil. Reize zu setzen, die den Kindern ein Werkzeug an die Hand gibt, sich diesen besser stellen zu können und ein Ausgleich zu schaffen zu dem erregenden Reizen. So entsteht ein Werkzeugkoffer, der dazu dient, mit Zuversicht in die Welt zu blicken.